BUND Kreisgruppe Nordfriesland
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Bäume in der Husumer Großstraße

06. Februar 2026

Der BUND Ortsverband Husum setzt sich für den Erhalt von Bestandsbäumen und Pflanzung neuer Zukunftsbäume ein.

Bild: BUND Husum  (BUND Husum)

Per Mail an den Bürgermeister, Herrn Kindl den Bürgervorsteher, Herrn Koch das Bauamt, Frau Lorenzen die Klimaschutzmanagerin, Frau Magnus die Fraktionsvorsitzenden der Parteien die Mitglieder des Ausschusses für Tourismus und Wirtschaft die Husumer Nachrichten, Herrn Meyer

Husum, den 03.02.2026

Stellungnahme der BUND-Ortsgruppe Husum bezüglich der Vorlage im Ausschuss für Tourismus und Wirtschaft am 01.12.2025 – Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Husumer Innenstadt

Sehr geehrte Damen und Herren,

der BUND Husum sieht die Absicht der Stadtverwaltung und der Wirtschaft, die vorhandenen Bäume in der Großstraße zu entnehmen und durch Kübelpflanzungen zu ersetzen, kritisch. Sowohl aus Gründen des Klimaschutzes und der notwendigen Klimaanpassung als auch zur Steigerung der Aufenthaltsqualität sind ausreichend viele und große Bäume erforderlich. Bäume in Pflanzkübeln erfüllen diese Anforderungen nicht. Sie haben zahlreiche Nachteile:

• Die Anschaffung ist verhältnismäßig teuer.

• Der Pflegeaufwand ist hoch; eine regelmäßige Nährstoffversorgung und häufigeres Wässern sind erforderlich.

• Die Bäume sind krankheitsanfällig und haben eine vergleichsweise kurze Lebensdauer.

• Es kann keine ausreichend große Krone gebildet werden, da sich das Wurzelwerk in den Kübeln nicht entsprechend ausbreiten kann. Die Darstellung in der Planzeichnung (Seite 13) erscheint unrealistisch. Die eingezeichnete Höhe der Bäume dürfte in der Realität nicht erreicht werden.

• Die Blattmasse ist gering; infolgedessen sind die Bäume als Schattenspender ungeeignet und haben kaum Kühlwirkung.

• Der ökologische Wert für Vögel und Insekten ist gering.

• Die Kübel werden häufig als Müllablage missbraucht.

Aus diesen Gründen lehnen wir Baumpflanzungen in Kübeln für die Großstraße ab.

Stattdessen schlagen wir vor, Baumstandorte zu finden bzw. zu entwickeln, an denen Bäume 80 oder 100 Jahre alt werden und eine entsprechende Größe entwickeln können (Zukunftsbäume). Zum Beispiel ist an der Nord- oder Südseite des Marktplatzes das Pflanzen von Zukunftsbäumen denkbar. Dadurch entsteht eine „optische Verlängerung“ der stadtbildprägenden Linden im Bereich der Kirche.

Das vorhandene Leitungsnetz darf hierfür kein Hinderungsgrund sein. Es gibt erprobte Möglichkeiten, dem Wurzelwerk genügend Raum zu geben und dabei die Leitungsinfrastruktur zu schützen. Über die Jahre wäre dies kostengünstiger und wirkungsvoller. Eine solche Lösung, ergänzt um Sitzbereiche ohne Konsumzwang, würde die Aufenthaltsqualität deutlich steigern und wäre attraktiv für Menschen jeden Alters.

Die vorhandenen Bäume sollen aus unserer Sicht möglichst erhalten werden. Durch Vitalisierungsmaßnahmen (z. B. größere Baumscheiben, reduzierte Bodenverdichtung) und entsprechende Pflege könnten die Kronen weiter wachsen und die Lebensdauer verlängert werden. Durch die bisherige Pflege erfolgt regelmäßig ein zu starker Rückschnitt.

Wir würden es außerdem sehr begrüßen, wenn durch verkehrsberuhigende Maßnahmen der Durchgangsverkehr reduziert werden könnte und wenn die Anzahl der Fahrradstellplätze deutlich erhöht sowie mehrere Stellplätze für Lastenräder ergänzt würden. Die bisherigen Stellplätze reichen bei Weitem nicht aus.

Des Weiteren bitten wir, uns im Verlaufe des Verfahrens weiterhin zu beteiligen und über die Abwägung und einen Beschluss in Kenntnis zu setzen.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Norbert Aleidt, Vorsitzender BUND-Ortsgruppe Husum 

 

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